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Biografiearbeit in der Sozialen Betreuung: Fragen Sie noch aus oder erinnern Sie schon gemeinsam?

Biografiearbeit ist ein wichtiger Bestandteil Ihrer Betreuungsarbeit. Nur wenn Sie Persönliches über Ihre Bewohner erfahren, können Sie sie individuell und angemessen begleiten. Doch haben Sie nicht auch manchmal das Gefühl, dass der obligatorische Fragebogen hierzu nicht wirklich sehr persönlich anmutet? Wer von uns würde sich nicht wie in einem Verhör fühlen, wenn es nach Biografiebogen abgefragt wird. Es gibt einfache Zugangswege zur Lebensgeschichte Ihrer Pflegekunden und Gäste.

Private und sensible Themen im Einzelkontakt erheben

Grundsätzlich bieten sich in der Sozialen Betreuung Ihre Gruppen- und Einzelangebote für die Erinnerungspflege an. Private und sensible Themen sollten Sie aber eher im Einzelkontakt besprechen. Hier ein paar Ideen für einfache Zugänge.

Einfache Zugangswege zum Gespräch über persönliche biografische Erinnerungen sind:

persönliche Fotos / Fotoalben
  • Der einfache Blick auf die gerahmten Fotos im Bewohnerzimmer reichen oft schon als Gesprächseinstieg aus.
  • Alternativ können Sie Ihren Bewohner nach Fotoalben oder Reisetagebüchern fragen.
  • Klären Sie zuerst, wer sich auf den Bildern befindet. Achten Sie dabei darauf, Ihren Bewohner nicht auszufragen und zu bedrängen. Warten Sie ab, was er von sich aus erzählen möchte.
  • Geben Sie von sich etwas preis und erzählen Sie über Ihre Familie und Ihre Freunde. Haken Sie vorsichtig nach, welche Beziehungen Ihr Bewohner gepflegt hat.
Zitate / Sinnsprüche
  • Nutzen Sie ein Buch oder Kalender mit Sinnsprüchen und Zitaten. Mit bekannten Weisheiten und Aussagen berühmter Persönlichkeiten können Sie über ein allgemeines Gespräch auf die Lebenseinstellungen und Erfahrungen Ihres Bewohners überleiten.
  • Im Buchhandel erhalten Sie verschiedene Versionen von Büchern und Kalendern. Wenn Sie sofort Zitate brauchen finden Sie hier eine große Auswahl.
Bilder
  • Bilder und Kunstfotografien regen zum Nachdenken und Erinnern an. Wählen Sie etwa Landschaftsbilder, ehemalige Reiseziele Ihrer Bewohner, Bilder der Heimat oder andere stimmungsvolle Situationen.
  • Auch hier eignen sich Kalender als Grundlage, aber auch Bildbände.
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, können Sie einen Tablet-PC einsetzen und gemeinsam mit Ihren Bewohnern im Internet nach bestimmten Bildern suchen, die Erinnerungen wecken.
Musik
  • Musik ermöglicht einen direkten Zugang zu Gefühlen und kann diese wieder wachrufen. Fragen Sie nach Liedern, die Ihre Bewohner mit besonderen Lebensereignissen verbinden.
  • Wenn möglich, recherchieren Sie auch hier im Internet, hören Sie gemeinsam die Lieder oder schauen Sie sogar alte Videos an.
  • Hier können Sie auch ohne viele Worte ein sehr persönliches Angebot gestalten, das auch Menschen mit einer Demenz Freude macht.
Poesiealben
  • Alte Poesiealben, sofern sie noch vorhanden sind, wecken Erinnerungen an alte Freundschaften und die Schulzeit.
  • Blättern Sie darin und lassen Sie sich aus diesem Lebensabschnitt berichten.
  • Bringen Sie auch eigene Gedanken und Erinnerungen ein, um das Gespräch anzuregen und eine vertrauensvolle Atmosphäre auf Augenhöhe zu schaffen.
Persönliche Gegenstände
  • Hier bieten sich alle Gegenstände an, die Sie im Zimmer des Bewohners sehen. Haken Sie nach, ohne dabei aufdringlich zu wirken. 
  • Gibt es vielleicht Reisemitbringsel oder persönliche Geschenke von den Kindern?
  • Woher stammen die Gegenstände? Wie lange sind sie schon vorhanden?
Werte / Normen
  • Kommen Sie über die Werte und Normen Ihrer Bewohner in ein persönliches Gespräch.
  • Was ist Ihrem Gegenüber wichtig? Worauf hat sie / er im Leben besonderen Wert gelegt? Welche Werte haben Familienleben und Freundschaften geprägt? Spielte Religiosität eine Rolle?

Im Mittelpunkt steht die Lebensrückschau Ihres Bewohners. Denken Sie aus Sicht der Betroffenen. Erst im Nachgang geht es um die Erfassung der Angaben für Ihre Dokumentation. Sicherlich leiten Sie als Betreuungskraft und Ihre Kollegen daraus entsprechende Angebote, pflegerische Maßnahmen und die Tagesstruktur ab. Dennoch ist Biografiearbeit in der Sozialen Betreuung mehr als nur ein Interview. Der Prozess ist genauso wichtig wie das Ergebnis!

5 Verhaltenstipps für eine angenehme Gesprächsatmosphäre

Zwischen Tür und Angel und unter Zeitdruck lassen sich keine guten Gespräche führen. Diese Erfahrung kennt mit Sicherheit jeder von uns. Und wenn es wie bei der Biografiearbeit um wirklich Privates geht, ist Zeit und Ruhe ein wesentlicher Erfolgsfaktor.  Nehmen Sie sich die Zeit, um Vertrauen aufzubauen und eine entspannte und angenehme Atmosphäre zu schaffen. Wie Sie dies in der Praxis umsetzen? Hier sind 5 Verhaltenstipps, die eine gute Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Bewohner schaffen und die Basis für biografische Informationen sind:

  1. Klopfen Sie an
    Dass Sie an der Tür eines Bewohnerzimmers anklopfen sollte selbstverständlich sein. Fragen Sie, ob derjenige gerade Zeit für einen Besuch hat und bitten Sie um Einlass. Es handelt sich schließlich um die Wohnung desjenigen.
  2. Vermeiden Sie Störungen
    Achten Sie auf möglichst wenige Störungen. Wählen Sie am besten einen Zeitpunkt außerhalb der Essenszeiten, wenn die Zimmerreinigung und pflegerische Tätigkeiten bereits erledigt sind. Erfragen Sie vorab, ob Arzttermine oder andere Verpflichtungen anstehen. Befestigen Sie sogar ein "Bitte nicht stören"-Schild an der Tür.
  3. Nehmen Sie sich Zeit
    Planen Sie für sich ausreichend Zeit ein. Auch Sie sollten nicht unter Druck stehen. Je nachdem, ob Sie nur einen kurzen Kontakt oder ein längeres Projekt, wie im Folgenden noch beschrieben wird, vorhaben, können dies 15-60 Minuten sein.
  4. Bringen Sie eine Kleinigkeit mit
    Nicht umsonst sagt man: „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Denken Sie dabei nicht an etwas Großes. Bringen Sie etwa eine Praline, eine Blume, einen Tee oder auch Kaffee und Kuchen mit, den sonst Ihre Kollegen aufs Zimmer gebracht hätten. Auch kleine Mitbringsel, die das Gesprächsthema anregen, sind hilfreich. Möchten Sie etwa über die Lieblingsorte oder –reiseziele sprechen, eignet sich z. B. eine einfache Muschel.
  5. Erzählen Sie auch von sich selbst
    Es kann gar nicht oft genug gesagt werden: Eigene Geschichten und Gedanken fördern die Beziehung und das Vertrauen. Fragen Sie deshalb nicht nur, sondern geben Sie auch etwas von sich preis. Das bietet Ihren Bewohnern die Möglichkeit, einzuhaken und von sich zu berichten. Dabei geht es darum, Gemeinsamkeiten zu entdecken, nicht um Details aus dem Privatleben.