Wer holt und bringt? So lösen Sie den Dauerkonflikt zwischen Betreuung und Pflege | SoBeO

Wer holt und bringt? So lösen Sie den Dauerkonflikt zwischen Betreuung und Pflege

Es ist in vielen Einrichtungen ein Dauerthema: Wer kümmert sich um den Transfer zu den verschiedenen Beschäftigungsangeboten? Eine gesetzliche Regelung gibt es nicht und so liegt es daran, wie gut sich Pflege und Betreuung untereinander absprechen und unterstützen. Hier finden Sie Tipps, die Ihnen helfen, eine alltagstaugliche Lösung zu finden. 

Sie kennen es: Die Gymnastik beginnt um 10 Uhr und ab spätestens 9:40 Uhr laufen Sie über die Wohnbereiche und suchen sich Ihre Teilnehmer zusammen. Einige kommen allein, aber längst nicht alle. Während Frau Müller trotz Absprache noch im Bett liegt, wartet Herr Flug schon seit 10 Minuten ungeduldig darauf, dass Sie ihn begleiten. Sie stehen währenddessen in einem inneren Konflikt, weil Sie immer einen Teil der Bewohner allein im Gymnastikraum lassen, während Sie die restlichen Personen abholen. Oder ein Kollege bleibt im Raum, während Sie durchs Haus laufen, und kann in dieser Zeit keine andere Betreuungstätigkeit ausüben. Der Transfer zu Angeboten ist in vielen Einrichtungen ein schwieriges Thema. Häufig kommt es hier zu Konflikten zwischen den Kollegen sowie den Pflege- und Betreuungskräften. 

Es geht nur mit konkreten Absprachen

Ohne diese läuft der Transfer nicht. Je nachdem, wie groß Ihre Einrichtung ist, wie lang die Flure sind und wie viele Personen Sie zu einem Angebot abholen müssen, ist der Transfer eine sehr zeitaufwendige Angelegenheit. Deshalb müssen Sie diese Zeiten bei der täglichen Betreuung einplanen und mit allen Beteiligten absprechen.

Legen Sie Verantwortlichkeiten fest

Klären Sie, wer in Ihrer Einrichtung hauptverantwortlich für den Transfer ist, und halten Sie dies auch in Ihrem Konzept fest. So ist diese Frage für alle Mitarbeiter verbindlich geregelt. Legen Sie innerhalb Ihres Team Vertretungsregelungen fest für den Fall, dass ein Mitarbeiter Urlaub hat oder erkrankt. Das Thema „Aufsichtspflicht“ wird im Rahmen von Transferleistungen gern diskutiert. Klären Sie mit Ihrer PDL und Heimleitung, was im Falle eines Sturzes während Ihrer Abwesenheit aufgrund einer Transferleistung zu beachten ist, z. B. Sturzprotokoll, Unfallmeldung usw. 

Erstellen Sie einen Transferplan

Erstellen Sie im Rahmen einer Teambesprechung einen gemeinsamen Transferplan mit jedem Wohnbereich. Überprüfen Sie alle 4–6 Wochen gemeinsam, ob dieser Plan noch aktuell ist. Laminieren Sie den Plan, sodass die Namen der Pflege- und Betreuungskräfte sowie der Bewohner regelmäßig verändert werden können. Fügen Sie eine Spalte mit wichtigen Informationen ein, sodass auf dem Plan mögliche Abweichungen eingetragen werden können.

Gegenseitiges Verständnis

Vermeiden Sie Konflikte und Vorwürfe und zeigen Sie gegenseitig Verständnis, wenn ein Transfer einmal nicht geklappt hat wie geplant. Der Alltag der Pflege- und Betreuungskräfte erfordert viel Flexibilität und Improvisation.

Bewohnertransfer WB 1 

Wer holt und bringt? BewohnerWochentagAngebotUhrzeit
Manuela (Betreuung)Hr. Müller, Fr. Wirth, Hr. Klaas, Fr. Reh, Fr. LothMontagGymnastik in der Aula09:45 Uhr und 10:05 Uhr
Andreas (Pflege) Fr. Knie, Hr. Meyer, Fr. Pees, Fr. RothMontagRätselrunde im Wintergarten14:45 Uhr und 15:45 Uhr 
MA Betreuung und Pflegealle mobilen BewohnerDienstagWaffel backen mit Klaviernachmittag in der Cafeteria14:30 Uhr und 16:00 Uhr
Kerstin (Betreuung)Hr. Schneider, Fr. Reh, Hr. Ley, Fr. Roth, Hr. Lange, Fr. Werth, Fr. PeesMittwochBasteln im Vortragsraum09:45 Uhr und 10:20 Uhr
MA PflegeHr. Nöh, Fr. Pees, Hr. Klaas, Hr. Müller, Fr. Weber, Fr. Rasch, Hr. MeyerDonnerstag"Fit in den Tag“ in der Aula10:15 Uhr und 10:50 Uhr 
MA BetreuungFr. Schnee, Fr, Roth, Hr. Lange, Fr. Moos, Hr. Franke, Fr. Pees, Hr. SchalkFreitagMontessori09:50 Uhr und 10:20 Uhr 
Wichtige Informationen: 
Herr Müller hat am Donnerstag Fußpflege und kommt nicht mit zu „Fit in den Tag“.